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Brett Cannon: Weg zum Python-Core

Brett Cannon erzählt Guido van Rossum von der Entdeckung von Python im Jahr 2000, Beitrag zu strptime und Einstieg in den Core über python-dev. Behandelt frühe Community, PyCon 2003 und Entwicklung zu PSF-Staff-Entwicklern.

Vom Studenten zum Python-Core: Brett Cannons Geschichte
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Wie Brett Cannon zu einem Kernentwickler von Python wurde: Vom Studenten zum Schlüsselmitwirkenden

Brett Cannon, einer der einflussreichsten Kernentwickler von Python, erzählte im Interview mit Guido van Rossum seine Entwicklung – von der ersten Begegnung mit der Sprache bis hin zur zentralen Mitwirkung. Im Herbst 2000 suchte er nach einem Werkzeug, um objektorientierte Programmierung vor seiner Informatik-Eingangsprüfung zu lernen. Python überzeugte sofort durch seine Einfachheit und die interaktive REPL – besonders im Vergleich zu C, das er zuvor genutzt hatte.

Erste Schritte mit Python

Cannon studierte Philosophie im Bachelor, beschäftigte sich aber parallel eigenständig mit Informatik. Er kannte C und hatte bereits Erfahrung mit Pascal – dessen Compiler versagte ihm jedoch immer wieder. Für die Vorbereitung auf CS 61A musste er objektorientierte Programmierung beherrschen. Frühe Suchmaschinen wie AltaVista empfahlen ihm Python mit dem Hinweis: „Python ist eine hervorragende erste Programmiersprache.“

Er las die offizielle Dokumentation sowie Mark Lutzes Learning Python. Obwohl OOP nicht Teil der Prüfung war, blieb Python für ihn: Cannon nutzte es fortan für Skripte und universitäre Aufgaben. Der Wechsel von C zu Python brachte ihn zur REPL – einem echten Game-Changer für schnelles Experimentieren und effizientes Lernen.

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Wichtige Sprachen vor Python:

  • C (Hauptsprache)
  • Pascal (Grundkenntnisse)

Eintritt in die Community über Rezepte

2001 startete ActiveState das Python Cookbook – eine kollaborative Plattform zum Austausch von Code-Snippets. Cannon trug eine saubere, Windows-kompatible Implementierung von strptime bei, da die Version aus der Standardbibliothek auf dieser Plattform fehlte. Alex Martelli nahm dieses Rezept in das erste O’Reilly-Python Cookbook auf.

Das Rezept entwickelte sich weiter: Ursprünglich abhängig von der System-Locale, vereinfachte Cannon es deutlich. Im Mai 2002 – kurz nach der Veröffentlichung von Python 2.3 – fragte er Martelli, ob es in die Standardbibliothek aufgenommen werden könne. Martelli verwies ihn an die Mailingliste python-dev, die damals den Kernentwicklern als zentrales Kommunikationsforum diente.

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François Pinard half dabei, den Patch zu verfeinern. Im Juni reichte Cannon seinen Vorschlag ein; bereits im Juli wurde time.strptime in das Repository übernommen. Er blieb weiterhin abonniert – und engagiert.

python-dev lesen und erste Commits landen

August 2002: Cannon begann, wöchentliche Zusammenfassungen der python-dev-Mailingliste zu schreiben – eine Rolle, die zuvor Andrew Kuchling innehatte. Diese Reviews dienten sowohl als Lernhilfe als auch als offene Plattform für Fragen. Er führte sie zwei bis drei Jahre lang – sogar während seiner Promotion.

Die python-dev-Liste behandelte:

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  • Vorschläge für neue Funktionen
  • Fehlerberichte und Patches
  • Diskussionen zu PEPs (Python Enhancement Proposals)
  • Bedenken zur Abwärtskompatibilität

Cannon nutzte sein einjähriges Zwischenjahr nach dem Bachelor, um seinen Lebenslauf zu optimieren – und gleichzeitig Python aktiv mitzuentwickeln. Jener erste strptime-Commit gab ihm den nötigen Schwung, um kontinuierlich weiterzumachen.

Die frühe Kernentwickler-Community

Zwischen 2002 und 2003 war das Kern-Team klein – etwa 20 bis 50 Personen, davon rund die Hälfte aktiv beteiligt. Zu den zentralen Figuren gehörten:

  • Martin von Löwis
  • Neal Norwitz
  • Marc-André Lemburg
  • Andrew Kuchling
  • Alex Martelli
  • Tim Peters
  • Raymond Hettinger
  • Greg Stein
  • Jack Jansen
  • Barry Warsaw

Cannon stieß kurz vor der PyCon US 2003 in Washington, D.C. dazu. Damals war Python noch eine Nischensprache – „die Sprache mit Leerzeichen“. Änderungen wurden direkt eingefügt; Design-Debatten fanden per E-Mail statt. Die PyCon zog leidenschaftliche Freiwillige an – viele arbeiteten nebenher Vollzeit anderswo.

Das frühe Skript-Archiv Vaults of Parnassus existierte bereits vor PyPI.

Übergang zu Python 3 und bedeutende Beiträge

Cannon spielte eine zentrale Rolle bei importlib, der Migration von Python 2 nach 3, der Dokumentation und der Ausarbeitung mehrerer PEPs. Er entfernte das Entpacken von Tupel-Parametern in Funktionsdeklarationen – eine wichtige Neuerung in Python 3. Auf der PyCon 2007 erhob Ka-Ping Yee Einwände – doch die Änderung wurde letztlich genehmigt.

Ka-Ping leitete die Entwicklung von pydoc, cgitb, inspect und der Verkettung von Ausnahmen.

Frühe Herausforderungen waren knappe Zeitressourcen und die ausschließliche Abhängigkeit von ehrenamtlichem Engagement. Cannon setzte sich erfolgreich für Unternehmenssponsoring ein. Heute beschäftigt die PSF festangestellte Ingenieure: Łukasz, Petr, Sergey und Seth (Sicherheit & Alpha-Omega).

Was wirklich zählte

  • Beginne mit einem Rezept: strptime brachte Cannon innerhalb weniger Monate ins Kern-Team.
  • Reviews als Türöffner: Das freiwillige Zusammenfassen der python-dev-Liste machte ihn sichtbar und vertrauenswürdig.
  • Kleine Community: Mit nur rund 20 aktiven Mitwirkenden im Jahr 2002 war Wirkung unmittelbar und zugänglich.
  • Freiwilligenkultur zuerst: Nachhaltiges Engagement ging jahrelang der formalen Anstellung voraus.
  • Evolution: Vom Nischenprojekt zu einem professionell besetzten Ökosystem.

Cannons Geschichte zeigt: Für Entwickler mittlerer bis erfahrener Stufe führt der Weg zur Kernmitwirkung über nützliche Patches, reflektierte Beteiligung an Mailinglisten und konsequente Begleitung der Community-Aktivitäten. Die Energie und Beiträge der frühen 2000er Jahre legten den Grundstein für das moderne Python.

— Editorial Team

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