Anthropics serverseitige Blockade für Drittanbieter-Clients umgehen: Technische Analyse
Anthropic hat serverseitige Überprüfungen der API-Anfragenquellen eingeführt. Anfragen von offiziellen Claude-Code- und Cowork-Clients sind durch Pro-Abonnements abgedeckt. Drittanbieter-Tools wie OpenClaw werden in den Extra-Verbrauchsmodus umgeleitet mit Abrechnung pro Token, was die Kosten massiv in die Höhe treibt. Einfache HTTP-Anfragen mit gefälschten Headern reichen nicht aus – der Server durchsucht den Anfragenkörper.
Ziel: Anfragen so gestalten, dass sie von offiziellen Clients nicht zu unterscheiden sind, während die 17-Tool-Funktionalität von OpenClaw erhalten bleibt.
Analyse der Anfragenstruktur
Anthropic-API-Anfragen bestehen aus JSON-Nutzdaten mit Systemprompts, Nachrichtenverlauf, Metadaten und einer Tool-Liste. Tests haben ergeben:
- Systemprompts und Verlauf werden akzeptiert.
- Das Hinzufügen von Tools löst die Erkennung aus.
Die Zerlegung der Tools nach Gruppen hat die Übeltäter identifiziert:
- read, edit, write — akzeptiert.
- exec, process — akzeptiert.
- sessions_list, sessions_history, sessions_send — akzeptiert.
- web_search, web_fetch — akzeptiert.
- image, memory_search, memory_get — akzeptiert.
- subagents — blockiert.
- session_status — blockiert.
Anthropics Server scannt nach Tool-Namen, die in Claude Code fehlen. Schon zwei der 17 Tools reichen aus, um Extra-Verbrauch auszulösen.
Proxy-Kettenarchitektur
Lösung: Ein zweistufiges Proxy-Setup zwischen OpenClaw und api.anthropic.com.
- CLIProxyAPI (Go, 23k GitHub-Stars): Imitiert Claude-Code-Header (User-Agent, Abrechnungsheader, client_id). OAuth-Authentifizierung – Proxy erzeugt eine URL, Sie loggen sich im Browser ein, und der refresh_token wird lokal gespeichert.
- Replace-proxy (Node.js, 133 Zeilen, keine Abhängigkeiten): Fängt JSON in beide Richtungen ab.
- Ausgehend: subagents → sub_dispatch, session_status → check_status, OpenClaw → Assistant.
- Eingehend: Umkehrung Zeile für Zeile für Streaming.
Kette: OpenClaw (Port 8318) → replace-proxy → CLIProxyAPI (8317) → api.anthropic.com.
Replace-proxy läuft als systemd-Service mit Auto-Restart.
Einrichtung des Replace-Proxy
Der Proxy-Code ist schlank: HTTP-Server parst Körper, wendet Regex-Ersetzungen an und puffert Streaming-Events.
// Beispiel-Snippet: Behandlung ausgehender Anfragen
const replaceMap = {
'subagents': 'sub_dispatch',
'session_status': 'check_status',
'OpenClaw': 'Assistant'
};
// JSON.parse(body).tools.forEach(tool => {
// if (replaceMap[tool.name]) tool.name = replaceMap[tool.name];
// });
// Ähnlich für Antworten
Server lauscht auf localhost:8318, leitet an CLIProxyAPI:8317 weiter.
Konfiguration von OpenClaw
Fügen Sie einen Provider in openclaw.json hinzu:
{
"models": {
"providers": {
"custom-proxy": {
"baseUrl": "http://localhost:8318",
"apiKey": "<api-key-from-CLIProxyAPI>",
"api": "anthropic-messages",
"models": [
{"id": "claude-opus-4-6", "contextWindow": 1000000, "maxTokens": 16384},
{"id": "claude-sonnet-4-6", "contextWindow": 200000, "maxTokens": 16384}
]
}
}
}
}
Als Standard setzen:
openclaw config set "agents.defaults.model.primary" "custom-proxy/claude-opus-4-6"
OpenClaw neu starten. Modellwechsel funktioniert im Chat.
Wichtige Erkenntnisse
- Tool-basierte Erkennung: Anthropic prüft Tool-Namen im JSON-Körper. OpenClaw-Spezifika (subagents, session_status) lösen Extra-Verbrauch aus.
- Zweistufiger Proxy: CLIProxyAPI tarnt Header, replace-proxy bereinigt Inhalte.
- OAuth-Auth: CLIProxyAPI erneuert Tokens automatisch; Neu-Auth bei Ablauf des refresh_token.
- Streaming-Unterstützung: Replace-proxy puffert Events für Echtzeit-Ersetzungen.
- Risiken: Umgeht Anthropics Nutzungsbedingungen. Account-Sperrungen möglich; Erkennung könnte sich weiterentwickeln (Prompt-Muster, Struktur).
Einschränkungen und Überwachung
- Nicht für Produktion: Persönliche Nutzung auf eigene Gefahr.
- Überwachung: Proxy-Logs auf Ersetzungsfehler oder neue Erkennungen prüfen.
- Skalierung: Systemd sorgt für Stabilität, aber Anthropic-Updates erfordern Anpassungen der replace-map.
Tests bestätigen Funktionalität bei Opus 4.6 und Sonnet 4.6 ohne Extra-Verbrauch.
— Editorial Team
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