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FinOps: Zuteilung von IT-Kosten nach P&L-Zentren und Budgetverwaltung

Detaillierte Analyse der Methoden zur Zuteilung von IT-Kosten nach P&L-Zentren. Erfahren Sie, wie FinOps die Buchhaltung von Ausrüstung, Rechenzentren, Clouds und Containern in ein strategisches Werkzeug umwandelt.

FinOps und ITFM: Strategische Zuteilung von IT-Kosten für P&L-Zentren
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Strategische IT-Kostenallokation: Ein integrierter FinOps-Ansatz für P&L-Center

Das Management von IT-Kosten hat sich über die reine Buchhaltung hinaus zu einem entscheidenden Bestandteil der strategischen Planung für jedes moderne Unternehmen entwickelt. Dieser Artikel, der dritte einer Reihe, befasst sich mit einer integrierten Methodik zur Allokation von IT-Ressourcenkosten auf P&L-Center und zeigt, wie detaillierte Finanzanalysen zu einem leistungsstarken Werkzeug für Geschäftsentscheidungen werden. Wir werden die Schlüsselkomponenten der IT-Infrastruktur und zwei primäre Ansätze zur Kostenverteilung untersuchen, wobei wir deren Auswirkungen auf die Budgetplanung und Ressourcenoptimierung innerhalb der FinOps- und ITFM-Frameworks hervorheben.

Grundlagen der Anlagenbuchhaltung und Abschreibung

Der erste Schritt in der IT-Kostenrechnung besteht darin, Investitionsausgaben in Betriebsausgaben umzuwandeln. Dies geschieht durch Abschreibung, die es ermöglicht, die Kosten von Geräten gleichmäßig über ihre Nutzungsdauer zu verteilen. Beispielsweise ermöglicht die lineare Abschreibung für Geräte mit einer Lebensdauer von 5 Jahren (60 Monaten) die monatliche Kostenberechnung mithilfe einer einfachen Formel:

HW_month_price = HW_price / 60

Dabei ist HW_price der ursprüngliche Anschaffungspreis der Hardware. Es ist entscheidend, die Allokationsprinzipien für verschiedene Gerätetypen zu unterscheiden:

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  • Hardware, die für ein spezifisches P&L-Center angeschafft wurde: Ihre Kosten werden direkt dem entsprechenden Profit- und Verlust-Center zugewiesen.
  • Gemeinsam genutzte Infrastruktur-Hardware: Allgemeine Hardware, die von mehreren oder allen P&L-Centern genutzt wird, wird gleichmäßig oder proportional auf der Grundlage vordefinierter Kriterien verteilt.

Dieser Ansatz schafft die Grundlage für eine weitere Kostengranularität und ermöglicht eine genaue Bewertung des Beitrags jeder Infrastrukturkomponente zu den Gesamtkosten.

Abrechnung von Rechenzentrums- und Cloud-Ressourcen

Nach der Berücksichtigung der physischen Hardware wenden wir uns den Betriebsausgaben zu, die mit dem Hosting und der Nutzung von IT-Ressourcen verbunden sind.

Rechenzentrumsressourcen (Colocation)

Monatliche Kosten für Colocation-Dienste sind in der Regel bereits vertraglich abgedeckt. Um diese zuzuordnen, ist es notwendig, die Kosten pro Einheit basierend auf der Gesamtzahl der Einheiten zu bestimmen:

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Unit_price = Monthly_price / Units_total

Die Kostenverteilung im Rechenzentrum folgt diesen Prinzipien:

  • Hosting dedizierter Hardware: Kosten werden proportional zu den belegten Einheiten für spezifische P&L-Center zugewiesen.
  • Virtualisierungs- und Containerisierungs-Cluster: Kosten werden basierend auf ihrem Nutzungsgrad verteilt, was den tatsächlichen Ressourcenverbrauch widerspiegelt.
  • Gemeinsame Infrastruktur und freie Kapazitäten: Diese Kosten werden als Teil der allgemeinen Infrastrukturkosten gleichmäßig auf alle P&L-Center verteilt.

IT-Ressourcen in privaten und öffentlichen Clouds

Die Abrechnung von Cloud-Ressourcen hat ihre eigenen Besonderheiten:

  • Öffentliche Clouds: Der Prozess ist hier relativ unkompliziert. Die Tarife des Anbieters werden vertragsgemäß verwendet, und die Berechnungen basieren auf dem tatsächlichen Ressourcenverbrauch (nach einem Pay-as-you-go-Modell).
  • Interne Virtualisierungssysteme: Für diese müssen interne Ressourcenpreise im Voraus festgelegt werden, wie im zweiten Teil dieser Reihe detailliert beschrieben. Ein entscheidender Schritt ist die Zuweisung von Budget-Tags zu virtuellen Maschinen, die den P&L-Centern entsprechen. Dies ermöglicht die automatische Datenerfassung von Hypervisoren und Cloud-Anbietern, den Abgleich mit Tags und die anschließende Kostenallokation.

Kostenallokation in Container-Umgebungen

Die Kostenabrechnung in Container-Umgebungen, wie z.B. Kubernetes, erfordert eine spezifische, aber logische Ergänzung des Gesamtkonzepts. Hosts, die als gemeinsame Plattform für K8s-Cluster genutzt werden, werden als gemeinschaftliche Ressourcen gekennzeichnet und von den allgemeinen Virtualisierungsressourcenberechnungen ausgeschlossen. Stattdessen werden innerhalb des Container-Managementsystems selbst (z.B. Kubernetes) Namespaces mit Budget-Identifikatoren versehen, die spezifischen P&L-Centern oder Projekten entsprechen.

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Die Datenerfassung zum Container-Ressourcenverbrauch erfolgt mithilfe spezialisierter Tools wie kubectl-cost. Diese Tools ermöglichen die Kostenberechnung auf der Grundlage zuvor festgelegter Raten für CPU, RAM und andere Ressourcen. Die gesammelten Daten werden dann in einen umfassenden Bericht integriert, der ein vollständiges und detailliertes Bild der Containerisierungskosten liefert.

Dieser Ansatz ermöglicht eine präzise Nachverfolgung, welche Teams oder Dienste Ressourcen innerhalb der gemeinsam genutzten Container-Umgebung verbrauchen, und weist diese Kosten effektiv zu, wodurch die Transparenz und Verwaltbarkeit des IT-Budgets verbessert wird.

Allokationsansätze und strategische Planung

Die bloße Erfassung von Kosten ist bedeutungslos, wenn diese Daten nicht für die Planung und Entscheidungsfindung weitergenutzt werden. In der Praxis werden üblicherweise zwei Hauptansätze zur IT-Kostenallokation angewendet, jeder mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen.

1. Zuordnung tatsächlicher Kosten zu spezifischen P&L-Centern

Dieser Ansatz zeichnet sich durch seine einfache Implementierung aus. Er beinhaltet die Sammlung aggregierter Daten über IT-Ressourcenkosten an einem Ort und die anschließende Ausstellung interner Rechnungen an die Budgetverantwortlichen der jeweiligen P&L-Center. Wichtige Aspekte sind:

  • Vorteile: Einfache Implementierung, Transparenz der tatsächlichen Ausgaben für Geschäftseinheiten.
  • Nachteile: Um einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten und unvorhersehbare Anforderungen interner Verbraucher zu erfüllen, muss im Voraus ein erheblicher Kapazitätspuffer vorgehalten werden. Dies führt zu einer suboptimalen Ressourcennutzung und potenziell überhöhten Kosten.
  • Beispiel: Die Visualisierung von Kosten- und Ressourcenverteilungsberichten kann in Tools wie Grafana implementiert werden, was einen klaren Überblick über die Ausgaben bietet.

2. Zuordnung notwendiger Ressourcen und Festlegung von Limits gemäß P&L-Center-Budgets

Dieser Ansatz ist in der Implementierung deutlich komplexer, bietet aber eine wesentlich höhere Genauigkeit und Vorhersagbarkeit der Ausgaben. Er hilft auch, die Kosten für die Bereitstellung überschüssiger Rechenressourcen zu reduzieren. Allerdings bringt er mehrere Herausforderungen mit sich:

  • Implementierungskomplexität: Erfordert ein System zur Kontrolle des Ressourcenverbrauchs, das in der Lage ist, Limits auf Hypervisor-Ebene festzulegen. Um ein internes Self-Service-Portal bereitzustellen, ist eine Cloud- oder Container-Management-Plattform mit Automatisierung über API, Terraform und Bereitstellungsvorlagen erforderlich.
  • Organisatorische Schwierigkeiten: Dieser Ansatz erfordert eine präzisere Schätzung des Bedarfs und die Einhaltung festgelegter Beschränkungen von Entwicklern, Teamleitern und CTOs. Dies erfordert oft einen Wandel in der Unternehmenskultur und den Planungsprozessen, der nicht immer einfach oder sofort umsetzbar ist.

Vorteile dieses Ansatzes:

  • Hohe Genauigkeit und Vorhersagbarkeit der Ausgaben.
  • Erhebliche Reduzierung der Kosten für überschüssige Kapazitäten.
  • Maximaler Nutzen aus ITFM- und FinOps-Sicht, da er den Ressourcenverbrauch direkt mit Budget- und Geschäftszielen verknüpft.
  • Bessere Grundlage für eine fundierte Budgetplanung und -prognose.

Trotz anfänglicher Komplexität führt die zweite Option in der Regel zum größten wirtschaftlichen Nutzen aus ITFM- und FinOps-Sicht und schafft eine solide Grundlage für eine effektive Budgetplanung. Sie ermutigt Geschäftseinheiten, IT-Ressourcen verantwortungsbewusster zu nutzen, und macht IT-Kosten besser verwaltbar und transparenter.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Eine detaillierte IT-Kostenallokation auf P&L-Center verwandelt die IT von einem Kostenfaktor in einen strategischen Geschäftswert und erleichtert fundierte Entscheidungen.
  • Die Abschreibung von Hardware sowie die Abrechnung von Rechenzentrums-, Cloud- und Container-Kosten sind entscheidende Komponenten eines umfassenden FinOps-Modells, das volle Ausgabentransparenz gewährleistet.
  • Die Wahl zwischen der Zuordnung tatsächlicher Kosten und der Festlegung von Limits bestimmt den Grad der Kontrolle und Effizienz im IT-Budgetmanagement, wobei die Begrenzung eine größere Vorhersagbarkeit und Einsparungen bietet.
  • Der Ansatz der Ressourcenbegrenzung, obwohl komplexer in der Implementierung, bietet maximale Einsparungen und Vorhersagbarkeit und fördert einen verantwortungsvollen Verbrauch.
  • Eine effektive Kostenallokation ist die Grundlage für eine genaue Prognose des IT-Ressourcenverbrauchs und eine langfristige strategische IT-Budgetplanung.

— Editorial Team

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