# F³: Wie freie Konfiguration den Ansatz zu 1C verändert
Das F³-Projekt führt ein grundlegend neues Konfigurationsformat für die 1C-Plattform ein, das auf Open-Source-Code, stabiler Architektur und echter Berücksichtigung der Geschäftsanforderungen basiert. Im Gegensatz zu Standardlösungen beseitigt F³ die Abhängigkeit von häufigen Updates und ermöglicht den langfristigen Einsatz von Informationssystemen, ohne an jährliche gesetzliche Änderungen gebunden zu sein.
Konzeptionelle Grundlagen des Projekts
Das Hauptproblem bei standardmäßigen 1C-Konfigurationen ist ihr Fokus auf schnelle Reaktionen auf gesetzliche Änderungen unter Vernachlässigung der Nutzeranforderungen. F³ löst dies durch:
- Vollständig dokumentierten und modularen Code
- Abstraktion gesetzlicher Änderungen
- Unterstützung für ältere Plattformversionen (ab 8.3.16)
Ein Schlüsselinstrument ist das GNU3-Modell, das vollständige Code-Freiheit garantiert. Dies verhindert, dass 1C Rechte erlangt und das Projekt einstampft, wie es bei UNF geschehen ist. Die Architektur ist so gestaltet, dass gesetzliche Änderungen über Parameterisierung abstrahiert werden, statt Daten und Regeln hart zu kodieren.
Funktionale Möglichkeiten
Die umgesetzte Funktionalität deckt zentrale Geschäftsprozesse ab:
- Verkaufs- und Einkaufssteuerung mit vollständigen Gegenverrechnungen
- Lagerbuchhaltung mit Chargenverfolgung und Sequenzwiederherstellung
- Integration mit Handelsgeräten (Shtrih-M, Atol) über TOL
- Unterstützung für Markierungen und Belegdrucker
- Flexibles Zugriffsrechtesystem ohne Verwendung standardmäßiger 1C-Rollen
Besondere Aufmerksamkeit galt den Druckformen – die Erstellung erfolgt für einzelne Objekte mit strukturierten Daten, was die Anpassung vereinfacht. Alle Service-Daten (Treiber, Klassifikatoren) werden in einem separaten Repository statt in der Datenbank gespeichert, was die Systemportabilität steigert.
Entwicklungsrinciples
Architektonische Entscheidungen
JSON hat Vorrang vor XML, wo immer technisch machbar. Parameterisierung ersetzt hart kodierte Daten im Code – alle Einstellungen werden historisiert und über Häkchen in der Oberfläche gesteuert. Die Fixin-Funktionsbibliothek ersetzt BSP vollständig und gewährleistet Code-Transparenz und Testbarkeit.
Eine entscheidende Wahl war die Basis auf der 8.3.16-Plattform. Dies ermöglicht Migrationen sogar bei veralteten Konfigurationen und erspart Unternehmen die Kosten einer vollständigen Systemüberholung. Entwickler haben bewusst auf das „Rennen“ um neue Plattformversionen verzichtet.
Zugriffsrechtesystem
Umgesetzt über programmgesteuerte Einschränkungen mit fünf Basiskrollen:
- Administrator
- Regulator
- Voller Zugriff
- Ansicht
- Externer Code
Zugriffssteuerung erfolgt durch:
- Prüfungen beim Formularöffnen
- Programmgesteuerte Filter in Listen
- Änderungen an SQL-Abfragen
Im Gegensatz zu Standardkonfigurationen gibt es keine rollenbasierenden Häkchen. Menüzugriff wird über Funktionsoptionen geregelt, was flexible Oberflächenanpassungen für spezifische Aufgaben ermöglicht.
Besonderheiten der Lagerbuchhaltung
Als praktikabelste Lösung für Handelsoperationen wurde die klassische Chargenbuchhaltung mit Sequenzwiederherstellung gewählt. Dieser Ansatz macht monatliche Periodenschließungen überflüssig und vereinfacht die Arbeit mit überfälligen Waren und Chargen. Die Chargenbuchhaltung erstreckt sich auf Gegenverrechnungen und bietet durchgängige Analysen über alle Vorgänge.
Die Unterstützung für RIB (regulierte Infobasen) ist über den Konfigurationsversionsupdate-Mechanismus umgesetzt. Dies erhält die Datenintegrität bei Migrationen zwischen Versionen, ohne historische Aufzeichnungen zu verlieren.
Was zählt
Langfristige Stabilität: Der Konfigurationskern erfordert keine jährliche Ersetzung und senkt die TCO des Buchhaltungssystems
Offener Code: Voller Zugriff auf die Quellen auf GitHub unter GNU3-Lizenz
Legacy-Unterstützung: Kompatibel mit Plattform 8.3.16 und höher, ohne Funktionsverluste
Flexible Rechte: Verzicht auf standardmäßige 1C-Rollen zugunsten programmgesteuerter Zugriffssteuerung
Einsparungen bei Updates: Reduziert Kosten für Anpassungen an gesetzliche Änderungen durch Parameterisierung
— Editorial Team
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