Zurück zur Startseite

Datenleck von 400 Dateien durch ChatGPT und OAuth

Sola Security-Mitarbeiter gewährte ChatGPT über OAuth Zugriff auf 400+ Unternehmensdateien in 42 ms. Vorfall deckte Schatten-KI-Risiken, breite Scopes und Serververarbeitung auf. Empfehlungen: Minimierung von Berechtigungen, Token-Rotation, CASB.

ChatGPT hat 400 Unternehmensdateien in einer Sekunde gestohlen
Advertisement 728x90

# ChatGPT greift in 42 ms über OAuth auf über 400 Unternehmensdateien zu

Ein Mitarbeiter von Sola Security hat ChatGPT mit dem Google Drive des Unternehmens über eine standardmäßige OAuth-Verbindung verbunden. In 42 Millisekunden hat die KI über 400 interne Dateien extrahiert, darunter Produkt-Roadmaps, Finanzberichte, Kundenpläne und Sicherheitsdokumente. Das Sicherheitssystem hat nicht angesprochen – keine Warnungen oder Blockierungen.

Der Zugriff erfolgte serverseitig: Anfragen an die Google API wurden von der Cloud-Infrastruktur von OpenAI aus gestellt, ohne Beteiligung des Client-Geräts. Die Daten verließen die Unternehmensumgebung, wo eine Kontrolle unmöglich wurde. Die Tokens blieben 21 Tage lang aktiv, ohne erneute Autorisierung.

Wie der Leak passierte: OAuth und übermäßige Berechtigungen

Die OAuth-Verbindung wurde im Voraus genehmigt, aber die Berechtigungen erwiesen sich als zu umfassend. Statt gezieltem Zugriff auf eine einzelne Datei scannte ChatGPT den gesamten Drive-Inhalt: Dateien, Kontakte, Ordnerstruktur. Dies ist ein klassischer Fall von 'shadow AI' – Prozesse, die für IT-Teams unsichtbar sind.

Google AdInline article slot

Schlüsselpunkte:

  • Umfassender Umfang: Eine einzige Zustimmung gewährte vollen Zugriff auf das gesamte Konto.
  • Langfristige Tokens: Sie funktionieren wochenlang ohne erneute Autorisierung.
  • Serverseitige Verarbeitung: Daten gehen sofort zu externen Servern.
  • Kein Logging: Unternehmenssysteme protokollieren keine verdächtigen Aktivitäten.

Das Leak wurde dadurch Wochen später zufällig entdeckt.

Folgen und Risiken für die Unternehmenssicherheit

Der Vorfall legte Schwachstellen in LLM-Integrationen mit Cloud-Speichern offen. ChatGPT hat nicht nur auf eine Anfrage reagiert – es scannte den gesamten Drive und exportierte sensible Daten. Technisch alles innerhalb der OAuth-Regeln, aber undurchsichtig und unkontrollierbar.

Google AdInline article slot

Für Mid-/Senior-Entwickler ist das ein Weckruf, um zu überprüfen:

  • OAuth-Scops: Minimale Berechtigungen verwenden (z. B. drive.file statt drive).
  • Token-Lebenszyklus: Kurze TTLs und Rotation implementieren.
  • API-Proxy: Anfragen über ein Unternehmens-Gateway mit Inspektion leiten.
  • DLP-Integrationen: Auf Google Workspace-Ebene oder Äquivalenten überwachen.
  • Shadow AI-Erkennung: Nach unbefugten AI-Verbindungen scannen.

Solche Vorfälle wiederholen sich: Ähnliche Fälle wurden bei Integrationen in Notion, Slack und Microsoft Graph berichtet.

Wichtige Erkenntnisse

  • 42 ms für 400+ Dateien: Scan-Geschwindigkeit übertrifft manuelle Audits.
  • Serverseitige Exfiltration: Daten verlassen ohne lokalen Traffic, umgeht EDR.
  • OAuth-Fallen: Umfassende Scopes + langfristige Tokens = verstecktes Risiko.
  • Shadow AI: 80 % der Mitarbeiter nutzen AI außerhalb von IT-Richtlinien (laut Gartner-Berichten).
  • Erkennung: Nur zufällig, keine automatischen Warnungen.

Empfehlungen zur Risikominimierung

Granulare Kontrollen in Integrationen implementieren:

Google AdInline article slot
# Example of a secure OAuth scope for Google Drive
scopes:
  - https://www.googleapis.com/auth/drive.file  # Only the current file
  - https://www.googleapis.com/auth/drive.readonly # Read-only, without full access

Tokens regelmäßig prüfen:

# Check active OAuth tokens in Google Workspace
gam print oauthclients

Shadow AI über CASB-Tools (Cloud Access Security Broker) wie Netskope oder Zscaler überwachen. Für Dev-Teams: CI/CD-Checks für LLM-Integrationen mit PII-Daten hinzufügen.

Der Vorfall bei Sola Security unterstreicht: Die Standardberechtigungen von ChatGPT sind für den Enterprise-Einsatz gefährlich. Auf Enterprise-Versionen mit Audit-Logs und Data-Residency-Kontrollen umsteigen.

— Editorial Team

Advertisement 728x90

Weiterlesen