VitruvianOS 0.3.0: Linux-Betriebssystem-Release mit BeOS/Haiku-API
VitruvianOS 0.3.0 ist eine stabile öffentliche Veröffentlichung eines auf Debian/Linux basierenden Betriebssystems, das API-Kompatibilität mit BeOS und Haiku implementiert. Das Projekt wurde 2019 gestartet und bringt die Reaktionsschnelligkeit und Einfachheit von BeOS auf moderne Hardware, indem es Haiku-Komponenten im Benutzerraum und einen modifizierten Linux-RT-Kernel verwendet. Der C++-Quellcode ist auf GitHub unter GPLv2 verfügbar.
Die Philosophie des Projekts stellt den Nutzer in den Vordergrund: Statt auf Dienste und Monetarisierung zu setzen, betont es reale Alltagsaufgaben. Die Entwickler ließen sich von den Prinzipien des Vitruvius inspirieren: Schönheit, Funktionalität und strukturelle Integrität.
Grafikstapel ohne X11 und Wayland
VitruvianOS verzichtet auf traditionelle Fenstersysteme. Die Grafik wird durch Haikus app_server gerendert, angepasst für Linux KMS/DRM. Dies liefert die niedrige Latenz und Reaktionsschnelligkeit, die für BeOS typisch ist.
Das Grafik-Toolkit ist Haikus Interface Kit. In Zukunft wird systemd durch janus_daemon ersetzt, ein Äquivalent zu Haikus launch_daemon, für eine einheitliche Initialisierung.
Die libroot-Bibliothek kapselt Haiku/BeOS-spezifische Funktionen über die Linux-API. Dies ermöglicht das Ausführen nativer BeOS/Haiku-Anwendungen ohne Portierung.
Das Nexus-Subsystem im Kernel implementiert den Kernel Kit: node_monitor für Dateisystemüberwachung, Geräteverfolgung und BeOS-ähnliche Nachrichtenweitergabe.
In 0.3.0 implementierte Features
Die Veröffentlichung umfasst wichtige Komponenten für den Desktop-Einsatz:
- Booten von XFS und SquashFS mit vollständiger xattr-Unterstützung;
- Modifizierter Linux-RT-Kernel für bessere Reaktionsfähigkeit in Desktop-Szenarien;
- BeOS/Haiku-API-Kompatibilitätsschicht mit nativer App-Unterstützung;
- Deskbar, Tracker und grundlegender Desktop;
- Eingabesystem: Maus, Gesten, Tablets;
- Eigene Grafikschicht ohne X11/Wayland.
Diese Features ermöglichen das Ausführen alter BeOS/Haiku-Apps auf einem Standard-Linux-Kernel ohne Emulation.
Entwicklungspläne
Das Team konzentriert sich auf Stabilisierung und Erweiterung:
- 0.3.1: Bugfixes basierend auf Feedback, Hinzufügen fehlender Komponenten;
- 0.3.2: Selbstbauendes System ohne externe Abhängigkeiten;
- 0.4: Stabilisierung, erweiterte Hardware-Unterstützung, ARM-Versionen (arm32, aarch64).
Die Nexus-Entwicklung geht weiter für vollständige BeAPI-Emulation. Nutzer können auf x86_64 mit modernen GPUs testen.
Wichtige Punkte
- API-Kompatibilität ermöglicht das Ausführen von BeOS/Haiku-Apps auf Linux ohne Neukompilierung;
- app_server + KMS/DRM sorgt für BeOS-Reaktionsschnelligkeit ohne X11/Wayland-Overhead;
- Kernel Nexus implementiert node_monitor und Geräteüberwachung;
- RT-Kernel optimiert für Desktop-Workloads;
- Öffentliches GitHub-Repo unter GPLv2 für Community-Beiträge.
— Editorial Team
Noch keine Kommentare.