Trisquel 12.0: Veröffentlichung einer vollständig freien Linux-Distribution auf Basis von Ubuntu 24.04 LTS
Am 11. April 2026 wurde Trisquel 12.0 veröffentlicht – eine Linux-Distribution, die den strengen Kriterien der FSF für freie Software entspricht. Sie basiert auf dem Paketrepository von Ubuntu 24.04 LTS. Der Update-Support dauert bis April 2029. ISO-Images sind für x86_64, ppc64el, arm64 und armhf verfügbar: MATE (3.4 GB), KDE (2.7 GB), LXDE (1.9 GB), Sugar (1.5 GB), netboot (79 MB). Die Distribution schließt alle nicht-freien Komponenten aus: Binärtreiber, Firmware, Elemente mit nicht-freien Lizenzen oder Marken.
Das Projekt wird von Richard Stallman unterstützt und von der Free Software Foundation für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und den Heimgebrauch empfohlen. Es ist kompatibel mit OpenJDK und unterstützt Audio-/Video-Formate sowie geschützte DVDs durch freie Implementierungen.
Wichtige Neuerungen in Trisquel 12.0
Der Wechsel zu Ubuntu 24.04 LTS brachte erhebliche Änderungen am Kernel und am Werkzeugset mit sich:
- Linux-libre-Kernel 6.8 (zuvor 5.15) – vollständig von proprietärer Firmware und Treibern befreit, mit verbesserter Modularität.
- AppArmor: Überarbeitete Profile für Desktop-Umgebungen mit Fokus auf Sicherheit.
- APT 3.0 mit Repositories im deb822-Format.
- Browser: GNU IceCat, ungoogled-chromium und Abrowser (Trisquels Firefox-Build).
- Desktop-Umgebungen: MATE 1.26.1 (Standard), LXDE 0.99.2, KDE Plasma 5.27, Sugar 0.121 für Bildungszwecke.
Verbesserungen bei Paketen und Anwendungen
Backports integrieren die neuesten Versionen wichtiger Tools. Das bietet Mittel- und Oberstufen-Entwicklern einen frischen Stack, ohne die Softwarefreiheit zu gefährden.
Aktualisierte Komponenten:
- LibreOffice (neueste Versionen).
- yt-dlp für Medien-Downloads.
- Inkscape für Vektorgrafik.
- Nextcloud Desktop für Synchronisation.
- Kdenlive für nicht-lineares Editing.
- Tuba (Fediverse-Client), 0 A.D. (Strategie-Spiel), fastfetch (Systeminformationen).
Die Distribution gewährleistet Java-Kompatibilität über OpenJDK und setzt auf freie Multimedia-Implementierungen.
Wichtige Punkte
- Vollständige Softwarefreiheit: Keine proprietären Treiber, Firmware oder Markenelemente – FSF-Zertifizierung.
- Langzeitunterstützung: Updates bis 2029 auf LTS-Basis.
- Mehrere Desktop-Umgebungen: MATE, KDE, LXDE, Sugar für verschiedene Einsatzbereiche.
- Frischer Stack: Linux-libre 6.8, APT 3.0, Backports beliebter Apps.
- Sicherheit: Erweiterte AppArmor-Profile für GUIs.
Trisquel 12.0 eignet sich ideal für Server in Kleinunternehmen, Bildungslabore und Desktops, bei denen Lizenzreinheit zählt. Entwickler erhalten eine einsatzbereite CI/CD-Umgebung ohne proprietäre Hersteller-Software.
— Editorial Team
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