Internationale Weltraumspiele: Simulation einer außerplanetarischen Siedlung für Ingenieure
Im Sommer 2026 nehmen Studententeams aus GUS-Ländern, der SCO und BRICS+-Nationen an den ersten International Space Games (ISG) teil. Die Teilnehmer verbringen eine Woche in versiegelten Kuppeln auf einem abgeriegelten Testgelände und simulieren Bedingungen einer außerplanetarischen Kolonie. Zu den Aufgaben gehören die Sicherstellung der Stromversorgung, die Sauerstoffregeneration und das Reagieren auf Notfälle. Das Konzept wurde auf dem Russian Space Forum während der Space Week vorgestellt.
Die Teams entwerfen eigenständig Lebenserhaltungssysteme, die die Nachhaltigkeit der gesamten Siedlung beeinflussen. Die Unterstützung durch bodengebundene Labore ist minimal, der Schwerpunkt liegt auf Autonomie.
Wichtige Ingenieurherausforderungen
Die Teilnehmer meistern Aufgaben unter knappen Ressourcen und engen Zeitvorgaben:
- Entwurf und Start von Biofarmen zur Produktion von Nahrung und Sauerstoff.
- Wasserreinigung und geschlossene Recyclingkreisläufe.
- Aufbau autonomer Stromkreise auf Basis von Solarpaneelen und Batterien.
- Einrichtung und Wartung von Rovern zur Erkundung der Oberfläche.
Jede ingenieurtechnische Entscheidung wird in Echtzeit geprüft. Ausfälle in einem Teilsystem wirken sich auf die gesamte Infrastruktur aus und modellieren Risiken realer Missionen.
Nationale Teams bestehen aus:
- Flugingenieur – verantwortlich für Mechanik und Dichtigkeit.
- Programmierer für unbemannte Systeme – entwickelt Algorithmen für Rover und Drohnen.
- Wissenschaftler – führt Experimente in Biologie und Materialwissenschaften durch.
- Kommunikationsexperte – sorgt für die Datenübertragung zur Mission Control.
Im Fokus stehende Technologien und Fähigkeiten
Die Spiele richten sich an Experten auf Mittel- bis Senior-Niveau. Die Teilnehmer integrieren Robotik, KI zur prädiktiven Systemwartung und Biotechnologie für die Farmen. Die Unsicherheit der Szenarien erfordert Improvisation: von Druckreparaturen bis zur Optimierung des Energiehaushalts unter wechselnden Bedingungen.
Beispiel für ein typisches Szenario: Ein Ausfall im Stromkreis führt zu sinkenden Sauerstoffwerten. Das Team verteilt Ressourcen neu, programmiert einen Rover für Reparaturen und passt die Biofarm an. Solche Übungen schulen im fehlertoleranten Design und in der Ressourcenverteilung.
Vorbereitung von Talenten für den Weltraum
Die ISG sind in das föderale Projekt „Talent for Space" eingebunden. Ziel ist ein internationaler Pool von Ingenieuren in Schwerpunktbereichen: Energie, Robotik, KI, Biotechnologie. Online-Übertragungen machen das Event zu einer globalen Reality-Show mit Überwachung von Überlebenskennzahlen.
Testsspiele für Schüler „MARS-2045“ fanden vom 10. bis 12. April 2026 in Moskau an der Skolkovo School und der HSE University statt. Die Teilnehmer simulierten die Aufstellung von Kuppeln und Lebenserhaltungssysteme.
Was zählt
- Teams leben eine Woche in autonomen Kuppeln und meistern echte Missionsherausforderungen.
- Fokus auf die Integration von Energie, Robotik und Biotechnologie.
- Teams aus GUS, SCO, BRICS+ schaffen eine Ingenieur-Community.
- Online-Übertragungen gewährleisten globale Reichweite.
- Das Projekt bildet Weltraumtalente aus, ohne die Fachterminologie zu vereinfachen.
Organisatoren: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation, Roscosmos, HSE University, NTI. Die Spiele modellieren Herausforderungen für Mars oder Mond und legen Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit.
— Editorial Team
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