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pTOS aus Python-Blut: neuer Appetitzügler ohne Nebenwirkungen

Wissenschaftler entdeckten im Python-Blut Metabolit pTOS, der den Appetit dämpft und Gewichtsverlust bei Mäusen verursacht, ohne charakteristische Nebenwirkungen von GLP-1-Medikamenten. Die Entdeckung basiert auf der Untersuchung des einzigartigen Stoffwechsels von Schlangen und könnte die Grundlage für neue Adipositasbehandlungsmethoden bilden.

Analogon zu Ozempic aus Python-Blut entdeckt — ohne Nebenwirkungen
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# pTOS: Python-Blutmetabolit unterdrückt Appetit ohne Nebenwirkungen von GLP-1

Forscher der University of Colorado haben in Python-Blut einen Metaboliten namens Para-Tyramin-O-Sulfat (pTOS) entdeckt. In Mäusen injiziert, dämpft er den Appetit und fördert Abnahme, ohne die typischen Übelkeit oder Muskelschwund von GLP-1-Medikamenten. Diese bahnbrechende Entdeckung, veröffentlicht in Nature Metabolism, basiert auf der Untersuchung des extremen Stoffwechsels der Schlangen, der es ihnen erlaubt, monatelang nach einer großen Mahlzeit zu fasten.

Pythons Stoffwechsel-Superpowers als Inspirationsquelle

Burmesische und Kugelpythons zeigen beeindruckende Anpassungen: Nach dem Verschlingen einer Mahlzeit so groß wie ihr eigenes Körpervolumen steigert sich ihr Stoffwechsel um das 40-Fache, und ihr Herz wächst um 25 %, um die Verdauung zu bewältigen. Dennoch erhalten sie während monatelanger Fastenphasen ihre Muskelmasse und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Die Erforschung dieser extremen physiologischen Prozesse führte das Team von Leslie Leinwand zu der Hypothese einzigartiger Regulationsmoleküle.

Wichtige Forschungsmeilensteine:

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  • Blutproben von Pythons vor und nach dem Fressen (einmal alle 28 Tage) entnommen.
  • Metabolomische Analyse mittels Massenspektrometrie.
  • Identifikation von 208 Metaboliten, die nach der Mahlzeit stark anstiegen.
  • Entdeckung von Para-Tyramin-O-Sulfat (pTOS), dessen Konzentration sich um das 1.000-Fache erhöhte.

Wirkungsweise von pTOS und präklinische Studien

pTOS entsteht durch den Stoffwechsel von Python-Darmbakterien. In Mäusen kommt es natürlich nicht vor, im menschlichen Urin jedoch in Spuren – und steigt nach Mahlzeiten an. Um die Wirkungen zu testen, führten Wissenschaftler Experimente an Mausmodellen für Fettleibigkeit und Normalgewicht durch.

Hohe Dosen von pTOS bei diesen Mäusen bewirkten:

  • Appetitunterdrückung durch Einwirkung auf Hypothalamus-Neuronen, die Hunger und Sättigung steuern.
  • Gewichtsverlust durch reduzierte Nahrungsaufnahme.
  • Keine Nebenwirkungen wie bei GLP-1-Agonisten (Ozempic, Wegovy): Keine Übelkeit, Darmprobleme, Muskelschwund oder Aktivitätsminderung.

„Im Grunde haben wir einen Appetitzügler gefunden, der bei Mäusen wirkt, ohne einige der Nebenwirkungen von GLP-1-Medikamenten“, betonte Leslie Leinwand.

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Direkter Vergleich: pTOS vs. aktuelle Therapien

GLP-1-Rezeptor-Agonisten dominieren heute den Markt für Adipositas und Typ-2-Diabetes. Interessanterweise basiert ihre Entwicklung ebenfalls auf der Natur – einem Hormon aus dem Gift der Gila-Eidechse. Doch im Praxisgebrauch treten Verträglichkeitsprobleme auf.

Wichtige Vorteile

  • Neuer Wirkmechanismus: pTOS greift einen nicht-GLP-1-Weg an und eröffnet ein neues Therapieziel.
  • Besseres Sicherheitsprofil: Präklinische Daten umgehen die Hauptfallen bestehender Medikamente.
  • Biomimetische Strategie: Die Jagd nach Wirkstoffen in Extremophile-Metaboliten hat sich bewährt.
  • Potenzial für Kombitherapien: pTOS könnte allein oder in Kombination eingesetzt werden.
  • Proof of Concept: Die Studie bestätigt den Einsatz unkonventioneller Modellorganismen in der Biomedizin.

Weg zum Markt und nächste Schritte

Darauf aufbauend haben Forscher der University of Colorado Boulder, Stanford und Baylor das Startup Arkana Therapeutics gegründet. Ziel: Therapien auf Basis synthetischer pTOS-Analoga entwickeln und vermarkten. Nächste Schritte umfassen:

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  • Optimierung der Molekülstruktur für bessere Stabilität und Bioverfügbarkeit.
  • Erweiterte Toxikologie-Studien.
  • Phase-I-Klinikstudien zur Überprüfung der Sicherheit am Menschen.

Wissenschaftler betonen, dass dies in einen breiteren Pharma-Trend passt: Extreme Tieranpassungen liefern innovative Moleküle. Die Erforschung des Stoffwechsels von Rennpferden, Tiefsee-Fischen oder Winterschlaf-Tieren könnte Durchbrüche in Kardiologie, Neurologie und Regenerativer Medizin bringen.

— Editorial Team

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