Feuerfliegen-Synchronisation: Von Agentenmodellen zu Zellularautomaten in Wolfram Language
Feuerfliegen synchronisieren ihre Lichtblitze durch lokale Wechselwirkungen. Jeder Agent verfügt über einen internen Timer im Bereich [0,1], der pro Schritt um 0,01 abnimmt. Sobald er den Wert 0 erreicht, erfolgt ein Blitz (Zustand 1), der Nachbarn innerhalb eines festgelegten Radius beeinflusst.
Die zentrale Mechanik ist die adaptive Phasenkorrektur: Wenn ein Nachbar blitzt, verschiebt sich der aktuelle Timer je nach Position im Zyklus vorwärts oder rückwärts. Die Richtung wird durch Sign[2 Round[state] - 1] bestimmt: negativ für Zustände nahe bei 0, positiv für solche nahe bei 1.
Agentenmodell: Erzeugung und Verbindungen
Zunächst werden n Agenten in einem Bereich platziert und mit zufälligen Ausgangszuständen versehen:
generateFireFlies[n_:200, region_:Rectangle[{-10,-10}, {10,10}]] := fireFlies = With[{
pos = RandomPoint[region, n]
},
Transpose[{pos, Table[RandomReal[{0,1.0}], {Length[pos]}]}]
];
Jeder Feuerfliege ist ein Paar {Position, Zustand}. Die Verbindungs-Matrix wird mittels euklidischer Distanz berechnet:
bakeConnections[r_:3.7] := (
connectionMatrix = Table[
If[i == j, Infinity, Power[Norm[i[[1]] - j[[1]]], 2]]
, {i, fireFlies}, {j, fireFlies}];
connectionMatrix = MapIndexed[
Function[{value, index},
If[value < r, index[[1]], Nothing]
],
#
] & /@ connectionMatrix
);
Kernoperationen pro Schritt:
- Abklingen:
Clip[Zustand - 0,01, {0,1}] - Blitz: wenn Zustand == 0 → 1
- Korrektur: falls Nachbar im Zustand 1 ist,
Zustand + Sign[2 Round[Zustand] - 1] * 0,0001
Aktualisierung: fireFlies = MapIndexed[adjust, decay /@ flash /@ fireFlies];
Test auf kleiner Skala
Bei zwei Agenten dauert die Synchronisation etwa 10 Zyklen. Zustandsdiagramme zeigen die Konvergenz:
generateFireFlies[2, Circle[{0,0},0.5]];
bakeConnections[2.0];
Visualisierung mittels Animation via EventHandler[AnimationFrameListener[...]] demonstriert die Phasenausrichtung.
Bei 200 Agenten werden farbige Kreise verwendet:
cf = Blend[{Darker[Red], Yellow}, #] &;
Graphics[{
Table[
With[{i = i, xy = fireFlies[[i,1]]},
{RGBColor[colors[[i]]], Disk[xy, 0.3]}
], {i, Length[fireFlies]}
],
EventHandler[AnimationFrameListener[colors], update]
}, Background->Black]
Das Verdoppeln einer Ebene mit leichter Verschmierung erzeugt einen leuchtenden Effekt.
Übergang zum Zellularautomaten
Die Logik ähnelt dem Game of Life, unterscheidet sich jedoch durch kontinuierliche Zustände. Ein 25×25-Gitter wird initialisiert mit RandomReal[{0,1.01}, {25,25}].
Blitze werden über Floor[Feld] erkannt. Die Nachbarbeeinflussung nutzt einen 3×3-Faltungskern:
ListConvolve[
{{1,0,1,0,1}, {1,0,0,0,1}, {1,0,1,0,1}},
Floor[Feld],
2, 0
]
Korrektur: (2.0 Round[Feld] - 1.0) * Clip[Faltung, {0, 0.001}]. Abklingen-Blitz: Map[Clip[# - 0.01, {0,0,1,0}, {1,0,1,0}], f, {2}].
Gesamtschleife in Refresh bei 30 FPS:
Module[{f = RandomReal[{0,1.01}, {25,25}]}, Refresh[
f = Map[Clip[# - 0.01, {0,0,1,0}, {1,0,1,0}]&, f, {2}];
f = Clip[
f + (2.0 Round[f] - 1.0)
Clip[
ListConvolve[
{{1,0,1,0,1}, {1,0,0,0,1}, {1,0,1,0,1}},
Floor[f],
2, 0
], {0, 0.001}
],
{0,1}
];
ArrayPlot[f, Frame->True, ColorFunction->"PlumColors"]
, 1/30]]
Wellenartige Muster entstehen über die Iterationen.
Leistungssteigerung
ArrayPlot in Refresh funktioniert gut für Prototypen, doch für größere Skalen empfiehlt sich NumericArray und Image:
field = RandomReal[{0,1.0}, {50,50}];
render = Function[Null,
Do[
field = Map[Clip[# - 0.01, {0,0,1,0}, {1,0,1,0}]&, field, {2}];
field = Clip[
field + (2.0 Round[field] - 1.0)
Clip[ListConvolve[{{1,1,1},{1,0,1},{1,1,1}}, Floor[field], 2, 0], {0,0.001}],
{0,1}
];
, {2}];
imageBuffer = NumericArray[255.0 field, "Byte", "ClipAndRound"];
];
Image[imageBuffer, "Byte", Epilog -> EventHandler[AnimationFrameListener[imageBuffer], render], Magnification -> 20]
Auf einem 50×50-Gitter erscheinen radarähnliche Strukturen.
Videogenerierung
Für Export:
movie = Table[
render[];
ImageResize[Colorize[Image[imageBuffer]], Scaled[6], Method->"NearestNeighbor"],
{600}
];
FrameListVideo[movie, FrameRate->60]
Das Modell skaliert von agentenbasierten Systemen zu GPU-freundlichen Faltungen und zeigt emergentes Verhalten.
Wichtige Erkenntnisse
- Lokale Regeln (Abklingen + adaptive Korrektur) führen zu globaler Synchronisation.
- Agentenmodell → Zellularautomat: Faltung ersetzt Nachbar-Loops.
Sign[2 Round[Zustand] - 1]ermöglicht bidirektionale Phasenanpassung.NumericArray+Imageoptimieren die Darstellung großer Felder.- Rechteckiger Faltungskern erzeugt quadratische Muster; für Realismus sind Gauß-Kerne vorzuziehen.
— Editorial Team
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