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Wie QE USA und Chinas Verbote den Kryptomarkt verändert haben

Der Artikel analysiert die kombinierte Auswirkung der Quantitative Lockerung durch die US Federal Reserve und des vollständigen Verbots von Kryptowährungen in China auf die Struktur des globalen Krypto-Markts in 2020–2021. Er untersucht die Mechanismen der Kapitalumverteilung, Veränderungen der Hashrate und das Entstehen informeller Handelskanäle

Globaler Kryptomarkt unter doppeltem Druck: USA vs. China
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Wie die Geldpolitik der USA und Chinas Regulierungsverbote die globalen Kryptowährungsflüsse umgelenkt haben

Von 2020 bis 2021 erlebte der globale Kryptowährungsmarkt eine strukturelle Umwandlung unter dem Einfluss zweier mächtiger, aber gegensätzlicher Kräfte: beispielloser Quantitative Lockerung (QE) in den USA und einem vollständigen Verbot von Krypto-Assets in China. Diese Maßnahmen waren keine isolierten Ereignisse – sie schufen ein asymmetrisches System, in dem überschüssige Dollar-Liquidität zur Nachfragesource wurde und chinesische Restriktionen als Barriere wirkten, die das Angebot und die Kapitalkanäle umgestalteten.

Mechanismus der US-monitären Expansion

Das QE-Programm, das die Federal Reserve im März 2020 startete, führte zu einem starken Anstieg der Geldmengenaggregate M1 und M2. Gleichzeitig konnte das nominale BIP nicht mit der Emissionsrate Schritt halten, bedingt durch Pandemie-Restriktionen. Dies schuf ein Ungleichgewicht:

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\Delta P_{\text{asset}} \propto \Delta M2 - \Delta BIP_{\text{nominal}}

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Die Formel zeigt, dass Preissteigerungen bei risikoreichen Assets direkt vom Abstand zwischen Geldmengenwachstum und Realwirtschaft abhängen. Kryptowährungen, die hochgradig empfindlich auf Liquidität und Marktstimmung reagieren, wurden zu den Hauptprofiteuren dieses überschüssigen Kapitals. Daten offenbaren eine beständige Korrelation zwischen der Bilanz der Fed und dem Bitcoin-Preis in diesem Zeitraum.

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Regulierungsschock Chinas

Zur gleichen Zeit verschärfte China kontinuierlich seinen Griff um die Krypto-Branche:

  • Mai 2021 — Verbot, dass Finanzinstitute an Kryptotransaktionen teilnehmen, und Beginn der Schließung von Mining-Farmen in Sichuan, Xinjiang und Innerer Mongolei.
  • Juni 2021 — De-facto landesweites Mining-Verbot auf dem chinesischen Festland.
  • September 2021 — Feststellung, dass alle Kryptotransaktionen illegale Finanzaktivitäten darstellen.

Vor diesen Maßnahmen entfielen 50 % bis 65 % der globalen Bitcoin-Hashrate auf China. Nach den Verboten stürzte ihr Anteil auf nahezu null ab, löste einen scharfen Einbruch der Netzwerk-Rechenleistung aus und trieb eine massive Verlagerung von Ausrüstung in die USA, Kasachstan und Russland. Dies war keine bloße Regulierungsmaßnahme – es handelte sich um einen Angebotsschock, der die Kerninfrastruktur der Blockchain traf.

Informelle Kanäle als Reaktion auf Restriktionen

Das Verbot hat die Nachfrage nicht ausgelöscht – es hat sie lediglich in weniger transparente Bereiche verdrängt. Als zentrale Instrumente tauchten OTC- und P2P-Plattformen auf, wie sie auf Binance und OKX verfügbar sind. Sie folgen diesem Ablauf:

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  • Der Verkäufer überträgt die Kryptowährung (meist USDT) auf das Escrow-Konto der Börse.
  • Der Käufer schickt Yuan direkt an den Verkäufer über Alipay, WeChat Pay oder Banküberweisung.
  • Nach Bestätigung des Fiat-Eingangs entlässt die Börse das Krypto-Asset an den Käufer.

Diese Konstellation umgeht direkte Restriktionen, da die Transaktion formell als üblicher P2P-Transfer zwischen Privatpersonen auftritt. Chainalysis schätzt, dass allein 2019–2020 über 50 Milliarden Dollar aus Ostasien über Kryptokanäle abflossen. Akademische Studien belegen zudem den „Spillover-Effekt“: Nach dem Verbot verlagerte sich das Interesse an Krypto-Assets auf explodierende Aktienkurse chinesischer Fintech-Unternehmen.

Asymmetrie der monetären Regime

Der wesentliche Unterschied zwischen den USA und China lag nicht nur in der Politikrichtung, sondern in der Umsetzung:

  • USA: ungezielt, massives Gelddrucken → schnelle Kapitalzuflüsse in globale risikoreiche Assets.
  • China: gezielte Kredite, Senkungen der Reservepflichtquote (RRR), gezielte Swap-Instrumente → Liquidität im Inland gehalten und in Aktien sowie Immobilien kanalisiert.

Eine BlockWeeks-Analyse (2024) zeigt, dass chinesische Stimulus-Maßnahmen den Shanghai Composite stark beflügelten, den Bitcoin-Preis jedoch kaum beeinflussten. Chinesische Investoren, die auf Krypto-Gewinne aus waren, mussten daher auf teure, riskante OTC-Kanäle ausweichen, was Arbitrage-Prämien schuf und Vermögen bei Zugangsberechtigten konzentrierte.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die QE der USA überschwemmte das System mit überschüssiger Liquidität, die in hochrisikoreiche Assets wie Kryptowährungen floss.
  • Chinesische Verbote löschten die Nachfrage nicht – sie leiteten sie über informelle Kanäle um (OTC/P2P).
  • Die globale Bitcoin-Hashrate dezentralisierte sich scharf, nachdem chinesische Miner offline gingen.
  • Die Asymmetrie der Geldpolitik erzeugte einen „wirtschaftlichen Druckgradienten“ zwischen Dollar- und Yuan-Liquidität.
  • Die chinesische Krypto-Nachfrage wandelte sich in Fintech-Aktieninvestitionen als Proxy-Play um.

Diese Dynamiken verdeutlichen, wie makroökonomische Politiken und Regulierungen globale Finanzflüsse umformen können – selbst in dezentralen Systemen.

— Editorial Team

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