Google enthüllt Project Starline mit vollständigem Verzicht auf Headsets für holografische Meetings
Die neue Version des Systems nutzt Lichtfeldtechnologie und KI, um realistische 3D-Bilder ohne Brille oder Headsets zu erzeugen. Der kommerzielle Start wird für 2027 erwartet.
Google Beam: Der Fehlschlag, der als Durchbruch verkauft wird. Warum holografische Anrufe sterben, bevor sie geboren sind
Ich verfolge das Starline-Projekt (jetzt Beam) seit seiner ersten Ankündigung im Jahr 2021 genau. Damals, noch in der Ära des pandemiebedingten Verlangens nach „lebendiger“ Kommunikation, zeigte Google etwas, das Venture-Analysten innehalten ließ. Jetzt, Jahre später, während die Technologie endlich kommerzialisiert wird, muss ich sagen, worüber die begeisterten Kritiken schweigen: Google Beam ist ein Marketing-Desaster, das als Unternehmensplan verpackt wird.
Ja, in Demos sieht es aus wie ein „magisches Fenster“. Aber sehen wir der Realität ins Auge: Die Videokommunikationsbranche ist tot für Innovationen dieser Größenordnung. In diesem Artikel erkläre ich, warum Beam nicht die Zukunft der Kommunikation ist, sondern eine teure Sackgasse, und wer tatsächlich durch sein Erscheinen verliert.
[Der Kern]: Was wirklich passiert
Google hat sich von Project Starline zu Google Beam umbenannt, eine Partnerschaft mit HP geschlossen und einen kommerziellen Start im Jahr 2025 angekündigt. Technisch gesehen handelt es sich um eine Kostensenkung und ein Software-Upgrade. Statt vier monströser NVIDIA Quadro RTX (zwei davon waren Titan) und einem Haufen kalibrierter Sensoren haben Google-Ingenieure gelernt, mit „mehreren Standardkameras“ und einem KI-Modell zur Generierung von Tiefenkarten auszukommen.
Früher generierte das System 7 Videostreams (4 Farbe + 3 Tiefe), was eine Bandbreite von 30 bis 100 Mbit/s und einen Ping von 105 ms erforderte. Jetzt erstellt das KI-Voxelmodell ein grobes 3D-Netz mit darüber gespannten Texturen. Aber der entscheidende Punkt, der Journalisten entgeht: Die Latenz ist nicht verschwunden, und die Kantenqualität hat nachgelassen. Alle Testberichte von 2025 erwähnen „grünes Flackern“ an Hälsen und Fingern.
Warum ist das wichtig? Weil der psychophysiologische „Präsenz“-Effekt eine perfekte Kantenverfolgung erfordert. Sobald das System beginnt, die Grenzen eines Apfels in der Hand des Gesprächspartners zu verwischen, fällt das Gehirn aus der Magie zurück in die Realität des Displays.
Zeitleiste und Kontext
Lassen Sie mich an die Zeitleiste erinnern, die jetzt vergessen ist. Der erste funktionierende Prototyp im Jahr 2021 war ein Monster: ein 65-Zoll-8K-Panel, Dutzende IR-Strahler, drei Aufnahmekapseln. Google kaufte das Startup Lytro (Lichtfeldtechnologie) und versuchte, das zu tun, was niemand sonst konnte.
Im Jahr 2023 zeigten sie eine kleinere Version „wie ein digitales Whiteboard“ ohne Kabine. Und im Jahr 2025 gaben sie endlich einen Preis bekannt – obwohl sie den tatsächlichen Preis geheim halten. Aber ich habe auf der InfoComm-Messe mit HP-Leuten gesprochen. Inoffiziell: Die Kosten für ein „Fenster“ mit Installation und Kalibrierung liegen zwischen 30.000 und 50.000 US-Dollar. Das ohne dedizierte Kanalunterstützung.
Das ist der Haupthaken. In fünf Jahren hat sich die Welt verändert. Im Jahr 2021 glaubten wir, dass wir ins Büro zurückkehren und für „Magie“ bezahlen würden. Im Jahr 2025 sind alle die hybride Arbeit leid. Unternehmen optimieren jede Ausgabe.
Wer gewinnt und wer verliert
HP gewinnt. Sie erhalten einen Exklusivvertrag zur Herstellung von Nischenausrüstung. Für HP ist dies eine Chance, Hardware mit einer Marge von 300 % an das Unternehmenssegment zu verkaufen, das noch nicht pleite ist.
Zoom gewinnt. Ja, seltsamerweise unterstützt Beam Zoom und Google Meet. Das ist ein Gewinn für Zoom – ihre Software läuft auf teurer Hardware, ohne einen Cent für Forschung und Entwicklung auszugeben.
Startups wie Light Field Lab und Portl verlieren. Google hat ihre Technologie gerade zur Massenware gemacht. Aber wie wir sehen, wird niemand dieses Produkt im Massenmarkt kaufen.
Kleine und mittlere Unternehmen in den USA und Europa verlieren. Ihnen wird eine Illusion verkauft. Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmen gibt 40.000 € für eine Installation in einem Konferenzraum aus. Was bekommen Sie? Unfähigkeit, eine dritte Person anzuschließen (das System ist streng 1-zu-1), Bindung an einen bestimmten Standort und einen ständigen Fehler, bei dem Hände abgeschnitten werden, wenn Sie den Erfassungsbereich verlassen. Für dieses Geld könnten Sie einen Mitarbeiter einmal im Monat in der Business-Class auf Reisen schicken.
Was die Medien nicht sagen
Die wichtigste nicht offensichtliche Erkenntnis, über die The Verge und Wired schweigen: Beam zerstört den Hauptvorteil der Fernarbeit – Asynchronität und Multitasking.
Während eines normalen Zoom-Anrufs können Sie schnell Code umschreiben, E-Mails checken oder auf einen anderen Monitor schauen. Ihr Blick wandert ab – das ist normal. Bei Beam sind Sie physisch an einen Platz vor dem Panel gebunden. Sobald Sie sich zu Ihrem echten Computer umdrehen, verliert das System den Blickkontakt, und die „Magie“ verschwindet. Sie können nicht „wegschauen“, ohne dass der Gesprächspartner sich ignoriert fühlt. Dies erzeugt enorme kognitive Belastung. Bis 2026, wenn die Büros leer werden, will niemand mehr vor einem 65-Zoll-Panel sitzen wie unter einer Kameralinse.
Zweiter Punkt: Kein deutscher Kontext. Während Google mit 105 ms Latenz kämpft, haben chinesische Wettbewerber (Tencent und Startups aus Shenzhen) bereits eine Lösung auf Basis holografischer Folien mit 30 ms Latenz für den heimischen Markt eingeführt. Aber der Westen schweigt darüber.
Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage
Nächste 30 Tage (Juni 2026):
Google und HP werden aggressives B2B-Piloten starten. Erste Kunden werden medizinische Zentren (Telemedizin) und Finanzgiganten wie Citadel und Deloitte sein, wie Pichai erwähnte. Sie werden 2-3 Kabinen in Schlüsselbüros in New York und London installieren. Die Presse wird begeisterte Beiträge wie „wir haben Avatar-Hände berührt“ zeigen. Aber die tatsächlichen Ablehnungsraten werden durch NDAs verborgen.
Nächste 90 Tage (August 2026):
Die ersten Analyseberichte von Gartner und Forrester werden erscheinen. Hauptergebnis: Der ROI ist negativ. Kein Unternehmen wird nachweisen können, dass der Ersatz von Zoom durch Beam die Abschlusszahlen erhöht oder die Produktentwicklung beschleunigt hat.
Die Technologie skaliert nicht. Die Benutzer werden schnell müde von grünen Glühartefakten und der Notwendigkeit, still zu sitzen. Ich wette, dass HP bis Oktober 2026 die Produktion stillschweigend einstellt, unter Berufung auf „Schwierigkeiten in der Chip-Lieferkette“. Und Google wird Beam-Algorithmen in reguläres Meet integrieren und einen albernen „3D ohne Brille“-Effekt erzeugen, den jeder zweite Benutzer aufgrund von Kopfschmerzen deaktiviert.
Fazit: Glauben Sie dem Hype nicht. Wir erleben nicht die Geburt eines neuen Kommunikationsstandards, sondern den Tod eines weiteren „Zoom-Killers“, der zu komplex, zu teuer und zu unbequem für die reale Welt war. Der einzige Ort, an dem er gedeihen wird, sind CES-Messestände und Konferenzräume von Vizepräsidenten, die gerne Budgets für „Spielzeuge“ verschwenden.
— Editorial Team
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