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ORCA Computing bringt Quantensysteme im Digital Realty Rechenzentrum in Betrieb – photonische Qubits vs. Kryotechnik

ORCA Computing hat seine photonischen Quantensysteme PT Series im Innovationslabor von Digital Realty in London bereitgestellt. Dies ist das erste Mal, dass ein Quantencomputer ohne kryogene Kühlung in einem kommerziellen Rechenzentrum gleichberechtigt neben klassischen Servern arbeitet. Analysten nennen es einen Paradigmenwechsel und einen Schlag gegen die Giganten der supraleitenden Quantencomputer wie IBM und Google.

ORCA Computing: Quantensysteme ohne Kühlung in einem Rechenzentrum – ein neuer Standard?
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ORCA Computing installiert Quantensysteme im kommerziellen Rechenzentrum von Digital Realty

Das Quantenunternehmen ORCA Computing hat seine photonischen PT-Series-Systeme im Innovation Lab von Digital Realty in London platziert, um hybride Quanten-Klassik-Berechnungen unter realen Bedingungen zu testen.


Analyseartikel: PT Series im Digital Realty-Rechenzentrum. Warum dieser 'bescheidene' Schritt der stille Tod der supraleitenden Quantengiganten ist

Autor: Unabhängiger Analyst mit Insiderperspektive

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Datum: 2026-05-28

Am 25. Mai 2026 gab ORCA Computing die Installation seiner photonischen Quantensysteme PT Series im Innovation Lab von Digital Realty in London bekannt. Die Mainstream-Medien schrieben: 'Ein weiteres Quanten-Startup hat Platz in einem Rechenzentrum gemietet.' Langweilig, oder?

Absolut nicht.

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Wenn Sie in der Branche arbeiten, wissen Sie, dass dieses Ereignis weit mehr als eine Pressemitteilung ist. Dies ist das erste Mal, dass ein Quantencomputer, der keine kryogene Kühlung benötigt, in einem kommerziellen Rechenzentrum neben normalen Servern platziert wurde. Und das ist kein Test. Dies ist ein Paradigmenwechsel-Signal, das die meisten Analysten einfach übersehen haben.

[Der Kern]: Was wirklich passiert

Der formelle Grund ist das Testen hybrider Quanten-Klassik-Berechnungen unter realen Bedingungen. Der wahre Grund ist, dass ORCA Computing dem Markt beweist, dass Quantencomputer 'langweilig' sein können.

Das gesamte Problem der Quantenindustrie in den letzten fünf Jahren war das 'Labor-Theater'. IBM präsentiert seine massiven Kryostaten in Glaskäfigen. Google spricht über 'Quantenüberlegenheit' bei einem speziell ausgewählten Problem. IonQ bewirbt seine Ionenfallen. Aber keiner dieser Computer kann in ein Standardserverrack neben einem NVIDIA GPU-Cluster gestellt werden.

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ORCA macht etwas anderes. Ihre photonischen PT-Series-Systeme arbeiten bei Raumtemperatur. Kein flüssiges Helium nötig. Keine supraleitenden Drähte nötig. Keine Laborphysiker rund um die Uhr. Einstecken ins Netzwerk und es funktioniert.

Meine nicht offensichtliche Einsicht: Die Wahl von Digital Realty ist kein Zufall. Es ist ein gezielter Schlag gegen das Hauptargument der Konkurrenz: 'Quantencomputing erfordert spezielle Infrastruktur.' Durch die Installation im weltweit größten neutralen Rechenzentrumsanbieter sagt ORCA den Kunden: 'Kommen Sie zu jedem Digital Realty-Rechenzentrum auf der Welt, wir können unser System an einem Tag installieren.' IBM mit seinem tonnenschweren Kryostaten kann das physisch nicht.

Darüber hinaus weiß ich, dass ORCA bereits zehn installierte Systeme bei Kunden hat, darunter das UK National Quantum Computing Centre und die Montana State University. Das ist mehr als jedes andere Quanten-Startup der Welt, außer D-Wave (aber deren Ansatz ist Quanten-Annealing, nicht universelles Rechnen).

Zeitplan und Kontext

ORCA Computing – ein 2019 gegründetes Unternehmen mit Sitz in London, 11-50 Mitarbeiter, hat nur 15 Millionen US-Dollar eingesammelt (Serie A im Jahr 2022). Nach Quantenindustrie-Standards ist das ein winziges Budget. Zum Vergleich: PsiQuantum hat über 800 Millionen US-Dollar eingesammelt, IonQ ist ein börsennotiertes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 2 Milliarden US-Dollar.

Dennoch ist es ORCA, nicht einer der 'tiefen Taschen', der den ersten Schritt in ein kommerzielles Rechenzentrum macht.

  • 2022: Serie A von 15 Millionen US-Dollar. Bescheiden.
  • 2024-2025: Leise Auslieferungen der ersten PT Series an Universitäten und Forschungszentren.
  • 2025: Partnerschaften mit NVIDIA, Toyota Tsusho, SiC Systems.
  • Mai 2026: Installation im Digital Realty Innovation Lab in London.

Wichtig: DRIL ist keine virtuelle Umgebung, sondern ein echtes Rechenzentrum mit Kunden-Workloads. ORCA zeigt keine 'Demoversion' in einem isolierten Raum. Ihr System arbeitet Seite an Seite mit KI-Servern, die reale Daten verarbeiten.

Wer gewinnt und wer verliert

Gewinner (offensichtlich):

  • ORCA Computing. Sie haben etwas gewonnen, das man mit Geld nicht kaufen kann – Legitimität. Wenn Digital Realty, der weltweit größte Rechenzentrumsanbieter, sie hereinlässt, ist die Technologie ausgereift.
  • Digital Realty. Ihr Innovation Lab hat jetzt nicht nur 'ein weiteres KI-Startup', sondern einen echten Quantencomputer. Das ist ein Marketing-Asset, das andere an Quanten interessierte Kunden anziehen wird.

Gewinner (nicht offensichtlich):

  • Vereinigtes Königreich. London wird zur europäischen Hauptstadt des kommerziellen Quantencomputings. ORCA ist ein britisches Unternehmen. Das National Quantum Computing Centre ist britisch. Die Regierung hat 2,5 Milliarden Pfund für Quantentechnologien bereitgestellt. Das ist kein Zufall. Das Land setzt darauf, dass der photonische Ansatz den supraleitenden schlagen wird.
  • NVIDIA. Ja, sie sind bereits Partner von ORCA. Aber warum braucht NVIDIA ein Quanten-Startup? Für sie sind Quantenbeschleuniger ein weiterer Grund, ihre GPUs zu verkaufen. Hybride Quanten-Klassik-Algorithmen werden weiterhin auf klassischen Servern laufen. Auf wessen? NVIDIAs.

Verlierer:

  • IBM, Google, IonQ. Alle bauen supraleitende oder Ionenfallen-Quantencomputer, die Kryotechnik benötigen. Die Installation eines solchen Systems in einem normalen Rechenzentrum ist ohne komplette Raumrenovierung unmöglich. ORCA zeigt den Kunden: 'Sie können noch heute einen Quantenbeschleuniger in Ihrem bestehenden Rechenzentrum bekommen.' Während IBM sagt: 'Bauen Sie uns einen separaten Raum, und in 18 Monaten installieren wir vielleicht unser System.' Kunden werden sich für 'heute' entscheiden.
  • PsiQuantum. Sie bauen ebenfalls photonische Quantencomputer. Aber ihr Ansatz ist ein monolithischer Chip mit Millionen von Qubits, der enorme Investitionen erfordert und noch nicht veröffentlicht wurde. ORCA hat bereits zehn Systeme ausgeliefert. PsiQuantum hat keines ausgeliefert. ORCA gewinnt das Rennen um den 'ersten im Rechenzentrum', selbst mit hundertmal weniger Geld.

Was die Medien nicht sagen

Erste Auslassung: ORCA Computing hat fast keine eigenen Patente auf Kerntechnologien.

Ihr Ansatz basiert auf der Verwendung von Standard-Telekomkomponenten (Glasfaser, Photonendetektoren). Das ist sowohl genial als auch verletzlich. Genial, weil man das Rad nicht neu erfinden muss; Komponenten sind billig und verfügbar. Verletzlich, weil jeder Konkurrent die gleichen Komponenten kaufen und ein ähnliches System bauen kann.

Wo liegt also ihr Schutz? In der Software. In Kalibrierungsalgorithmen, Fehlerkorrekturmethoden, spezifischen Architekturlösungen, die nicht patentiert, sondern als Know-how gehütet werden. Das ist eine mutige Wette, aber riskant. Wenn ein wichtiger Ingenieur zu einem anderen Unternehmen wechselt, geht ein Teil der 'Magie' mit ihm.

Zweite Auslassung: Die PT Series ist kein universeller Quantencomputer im vollständigen Sinne.

Ehrlich gesagt lösen ihre Systeme heute eine ziemlich enge Klasse von Problemen – Optimierung und einige Arten des maschinellen Lernens. Sie können Shors Algorithmus nicht ausführen, um RSA zu knacken. Aber für Unternehmen ist das nicht nötig. Unternehmen brauchen Beschleuniger für spezifische Aufgaben: Logistik, Finanzmodellierung, Materialwissenschaften. ORCA füllt diese Nische. Und tut es in einem Rechenzentrum. Während IBM versucht, 'alles' abzudecken und im Labor stecken bleibt.

Dritte und wichtigste Auslassung: Kein großer ORCA-Kunde zahlt den vollen Preis.

Forschungszentren und Universitäten erhalten Systeme mit Rabatt oder durch Zuschüsse. Die eigentliche Kommerzialisierungsfrage ist, ob Kunden bereit sein werden, den Marktpreis (Millionen Dollar pro System) für echte Rechenbeschleunigung zu zahlen. Die Installation im DRIL ist ein Schritt, um solche Kunden zu finden. Aber bisher existieren sie nicht.

Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage

Nächste 30 Tage (bis Ende Juni 2026):

In den kommenden Wochen werden erste Rückmeldungen von Digital Realty-Kunden, die die PT Series getestet haben, auftauchen. Höchstwahrscheinlich werden dies Unternehmen aus dem Finanzsektor (Hedgefonds in London) und Pharmakonzerne (Molekülmodellierung) sein. Wenn die Rückmeldungen positiv sind, ist eine Welle des Interesses von Risikokapitalgebern zu erwarten.

Außerdem erwarte ich, dass ORCA eine neue Finanzierungsrunde ankündigt. Ihre letzte Runde war 2022 mit 15 Millionen US-Dollar. Nach vier Jahren muss das Geld ausgegangen sein. Mit der neuen Partnerschaft mit Digital Realty und der öffentlichen Aufmerksamkeit ist es der perfekte Zeitpunkt, um 50-100 Millionen US-Dollar einzusammeln.

Nächste 90 Tage (bis Ende August 2026):

Bis August sind zwei Szenarien möglich.

Erstes (optimistisch): ORCA kündigt einen kommerziellen Vertrag mit einem großen Unternehmenskunden an, um die PT Series in dessen eigenem Rechenzentrum zu installieren. Vertragswert: 5-10 Millionen US-Dollar. Dies würde den gesamten Markt auslösen: Photonische Quantencomputer hören auf, ein 'Experiment' zu sein, und werden zu einem 'Produkt'.

Zweites (pessimistisch): Tests im DRIL zeigen, dass die tatsächliche Beschleunigung bei Geschäftsaufgaben nicht mehr als das 2- bis 3-fache im Vergleich zu klassischen GPU-Algorithmen beträgt. Das reicht nicht, um die Systemkosten zu rechtfertigen. Große Kunden verschieben den Kauf 'bis zur nächsten Generation'. ORCA bleibt bei einigen Forschungsaufträgen, erreicht aber keinen Massenmarkt.

Meine persönliche Prognose liegt irgendwo dazwischen. Die Beschleunigung wird nicht 1000-fach sein, wie Futuristen versprechen, sondern 10- bis 50-fach bei spezifischen Aufgaben. Für einige Anwendungen (z. B. Echtzeit-Portfoliooptimierung) reicht das aus, um das System von einem 'Spielzeug' in ein 'Werkzeug' zu verwandeln. Aber für die Massenakzeptanz sind weitere 2-3 Jahre nötig.

Eines ist jedoch sicher: Das Rennen um die Bezeichnung 'erster kommerzieller Quantencomputer' hat gerade eine unerwartete Wendung genommen. Und der Gewinner in dieser Phase ist nicht der mit den meisten Qubits, sondern der, der es zuerst in ein kommerzielles Rechenzentrum geschafft hat. Das ist ORCA. Und die traditionellen Akteure haben es nicht kommen sehen.

— Editorial Team

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