Klassenklage gegen Perplexity AI: Weitergabe von Nutzeranfragen an Google und Meta
Ein Bewohner aus Utah hat in San Francisco eine Klassenklage gegen Perplexity AI vor dem Bundesgericht eingereicht. Die Klage wirft vor, dass beim Besuch der Website „undetectable“ Tracker auf den Geräten der Nutzer installiert werden. Diese Tracker senden den Inhalt der Gespräche – Suchanfragen und Folgefragen – in Echtzeit an Server von Google und Meta. Der Kläger hat vertrauliche Informationen über Steuern, Investitionen und Familienfinanzen geteilt, in dem Glauben, das Gespräch sei geschützt.
Die Tracker funktionieren weiterhin im „Incognito“-Modus, den Perplexity als Datenschutzfunktion bewirbt. Laut Kläger werden die gesammelten Daten für zielgerichtete Werbung genutzt und an Dritte verkauft. Die Klage (Doe v. Perplexity AI Inc., 3:26-cv-02803) nennt auch Google und Meta und wirft ihnen Verstoß gegen Bundescomputerbetrugsgesetze und kalifornische Datenschutzvorschriften vor.
Reaktionen des Unternehmens und Kontext
Meta erklärte, dass seine Richtlinien es Werbetreibenden verbieten, vertrauliche Informationen zu übermitteln. Google hat nicht auf die Anfrage reagiert. Perplexity sagte, es habe keine offizielle Mitteilung über die Klage erhalten und könne deren Details nicht bestätigen. Das Unternehmen wollte sich nicht zu den Trackern von Meta und Google äußern.
Dies ist nicht die erste Klage gegen Perplexity. Im März verbot ein Bundesgericht dem KI-Agenten Comet im Browser, auf passwortgeschützte Bereiche von Amazon zuzugreifen und Käufe im Namen der Nutzer zu tätigen. Zuvor reichten The New York Times, Reddit und Dow Jones Klagen ein.
Auswirkungen auf Datenschutz bei KI-Suchen
Perplexity positioniert sich als datenschutzorientierte Alternative zu Google Search, werbefrei. Wenn die Vorwürfe bewiesen werden, würde das das Kernversprechen des Dienstes untergraben. Nutzer, die Schutz vor Tracking durch herkömmliche Suchmaschinen suchen, riskieren, ihre Daten genau mit diesen Unternehmen zu teilen.
Solche Fälle dauern typischerweise 12–36 Monate. Die Klage könnte die Aufmerksamkeit der Federal Trade Commission (FTC) erregen, die die Überwachung von Datenschutz in KI-Diensten verstärkt hat.
- Wichtigste Verstöße in der Klage:
- Echtzeit-Übermittlung von Anfragen ohne Einwilligung.
- Ignorieren des „Incognito“-Modus.
- Nutzung der Daten für Werbung und Weiterverkauf.
- Verstoß gegen Computerbetrugsgesetze (CFAA) und kalifornische Vorschriften (CCPA).
Wichtige Erkenntnisse
- Tracker sind nicht nachweisbar und aktiv sogar im privaten Modus von Perplexity.
- Kläger wirft Übermittlung finanzieller Daten für Targeting vor.
- Klage richtet sich nicht nur gegen Perplexity, sondern auch gegen Google und Meta.
- FTC könnte eingreifen aufgrund zunehmender Fokussierung auf KI-Datenschutz.
- Frühere Klagen gegen Perplexity deuten auf systemische Probleme hin.
— Editorial Team
Noch keine Kommentare.