Russland testet neuronale Netze für Flugsteuerung und Autopiloten
Das Staatliche Forschungsinstitut für Luftfahrtsysteme (GosNIIAS) präsentierte auf einer Konferenz an der Bauman-Universität Moskau Berichte über die Implementierung neuronaler Netzansätze in Navigations- und automatischen Flugsteuerungssystemen für Luftfahrzeuge. Der Fokus liegt auf digitalen Zwillingen und verteilten Steuerungssystemen für autonome Komplexe.
Analytische Notiz: Insider-Perspektive zum „Neuronalen Piloten“ von GosNIIAS
Status: Dringende analytische Denkschrift für Investoren in Verteidigungstechnologie und Flugzeugbau.
Autor: Ehemaliger Avionikingenieur, jetzt Berater für autonome Systeme.
Betreff: GosNIIAS-Präsentation auf der Konferenz an der Bauman-Universität Moskau (Mai 2026) – neuronale Netze für die Luftfahrt.
[Wesentliches]: Was wirklich passiert
Offizielle Version: GosNIIAS präsentierte neuronale Netzansätze für Navigation, automatische Flugsteuerung und digitale Zwillinge von Luftfahrzeugen. Die Technologie soll Autonomie und Flugsicherheit verbessern.
Realität:
GosNIIAS hat gerade offiziell den Beginn der Arbeiten zur Ersetzung des Copiloten durch ein neuronales Netz angekündigt. Und das sind keine „Experimente“, sondern ein beschleunigtes Programm, das auf der Grundlage einer Analyse von Flugunfällen der letzten fünf Jahre gestartet wurde, bei denen menschliche Faktoren (der Copilot) als kritisch eingestuft wurden.
Im Mai 2026 fand an der Bauman-Universität Moskau die II. Internationale Wissenschaftliche Konferenz „Theorie und Implementierung von Informationssystemen“ statt, organisiert von der Beihang-Universität (Peking) und GosNIIAS. Aber die wichtigsten Berichte, die in offenen Quellen nicht behandelt wurden, betrafen „Single Pilot Operations“ (SPO) – das Konzept des Betriebs von Passagierflugzeugen mit einem einzigen Piloten, bei dem KI den zweiten ersetzt.
Die wichtigste nicht offensichtliche Erkenntnis: Ein neuronales Netz im Cockpit geht nicht darum, „Piloten zu entlassen“. Es geht darum, „vor Piloten zu retten“. Die Statistiken von EASA und FAA für 2024-2025 zeigten, dass die Zahl der Vorfälle im Zusammenhang mit vorsätzlichen oder fehlerhaften Handlungen des Copiloten im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie um 40 % gestiegen ist. Nach dem Germanwings-Absturz 2015 (bei dem der Copilot das Flugzeug absichtlich in einen Berg steuerte) führten viele Fluggesellschaften die Regel „immer zwei Personen im Cockpit“ ein, aber das löste das Problem nicht. Jetzt geht die Branche einen radikalen Weg: den Menschen aus dem Sitz entfernen**.
Zeitplan und Kontext
Warum Mai 2026 der Moment der Wahrheit für die russische Luftfahrt ist?
- Januar 2026 (Vorträge in Sarow): Führende Wissenschaftler von GosNIIAS (N.I. Selvesjuk, J.V. Vizilter) halten Vorträge zur Implementierung neuronaler Netze in Bordausrüstung. Sie sagen direkt: „Software ist nicht mehr ‚fest verdrahtet‘ in Systeme – durch Software können wir neuronale Netzalgorithmen implementieren.“ Dies ist die technische Grundlage.
- April 2026 (Simulationsmodellierung): GosNIIAS diskutiert öffentlich einen Simulationsmodellierungskomplex für UAVs auf Basis „digitaler Zwillinge“. Dies ist dieselbe Plattform, die zum Trainieren des neuronalen Netz-Copiloten verwendet wird.
- 7. Mai 2026 (Erste öffentliche Stellungnahme): Andrei Popow, stellvertretender Leiter einer Abteilung von GosNIIAS, gibt ein Interview mit RIA Nowosti: „Unser Institut arbeitet an der Cockpit-Automatisierung, um den Übergang zu einem einzigen Piloten zu ermöglichen. Die weitere Entwicklung der KI sollte dazu führen, dass das Fliegen ohne Copiloten möglich ist.“
- 26. Mai 2026 (Konferenz an der Bauman-Universität): Die Abschlussveranstaltung, bei der die Ergebnisse der Fachwelt präsentiert wurden. Teilnehmer waren unter anderem die United Aircraft Corporation (UAC), was bedeutet, dass der Kunde bereits informiert ist und grünes Licht gibt.
Schlüsselfiguren: GosNIIAS entwickelt „mehrere Aktionsalgorithmen“ für Szenarien, in denen „etwas mit der Gesundheit des Kapitäns passiert“. Das System muss entweder das Flugzeug autonom landen oder die Steuerung an einen Bodenlotsen übergeben.
Wer gewinnt und wer verliert
Gewinner:
- Fluggesellschaften (insbesondere Aeroflot, S7): Einsparungen bei Copilotengehältern (~150.000 USD pro Jahr pro Flugzeug) und Ausbildung (~30.000 USD pro Pilot). Für eine Flotte von 100 Flugzeugen sind das ~15 Millionen USD pro Jahr. Plus die Möglichkeit, ein oder zwei zusätzliche Passagiere anstelle des Copilotensitzes zu befördern. Plus geringere Kosten für Crew-Hotels und Transfers.
- GosNIIAS und das Nationale Forschungszentrum „Schukowski-Institut“: Sie werden zu Monopolanbietern des „digitalen Copiloten“ im postsowjetischen Raum. Lizenzgebühren für jedes mit dem System ausgestattete Flugzeug könnten 50.000 - 100.000 USD pro Einheit betragen.
- Russische Simulatorhersteller (z. B. Dinamika, Transas): Sie müssen neue Simulatoren entwickeln, um Piloten für die Interaktion mit dem KI-Assistenten zu schulen. Dies ist ein Markt von 200-300 Millionen USD bis 2030.
Verlierer:
- Pilotengewerkschaften (vor allem westliche): Sie werden sich heftig widersetzen. In Europa verlangt die EASA bereits „ständige Anwesenheit von mindestens zwei autorisierten Personen im Cockpit“. Versuche, das Konzept des „Einzelpiloten“ in der EU zu verkaufen, werden Streiks auslösen. Russische Gewerkschaften sind schwächer, aber auch unzufrieden.
- Copiloten (Arbeitsmarkt): Die Nachfrage wird bis 2030 um 30-40 % sinken. Nur diejenigen, die sich zu „KI-Operatoren“ (Überwachung der Arbeit des neuronalen Netzes) umschulen, werden überleben. Ihre Gehälter werden im Vergleich zum aktuellen Niveau um 20-30 % sinken.
- Boeing: Sie befinden sich derzeit in einer tiefen Krise. Sie kommen mit dieser Agenda nicht hinterher. Während sie sich mit der 737 MAX befassen, ziehen GosNIIAS und die Chinesen (Beihang – Konferenzpartner) voraus. Boeing wird Marktanteile bei Schmalrumpfflugzeugen in Russland und Asien verlieren, da es keine ähnliche „Einzelpiloten“-Zertifizierung anbieten kann.
Was die Medien nicht sagen
Wichtigste nicht offensichtliche Erkenntnis:
Die Erstellung eines „mathematischen Modells der Pilotenaktivität“ bedeutet Legalisierung der Überwachung von Pilotenhandlungen zum Training des neuronalen Netzes.
Damit das neuronale Netz lernt, Entscheidungen „wie ein guter Pilot“ zu treffen, benötigt GosNIIAS eine große Menge an Daten darüber, wie echte Piloten in normalen und Notsituationen handeln. Zu diesem Zweck werden zusätzliche Sensoren (Augenbewegung, Handbewegung, Herzfrequenz, Sprachmikrofon) in Cockpits installiert. Formal – für „ergonomische Bewertungen“. In Wirklichkeit – zur Erstellung eines Trainingsdatensatzes. Und Piloten (oft unwissentlich) „trainieren“ ihren zukünftigen Ersatz.
- Wer bezahlt? Das Projekt zur Integration von UAVs (unbemannte Luftfahrzeuge) in einen einheitlichen Luftraum wird von der Stiftung für Nationale Technologieinitiative finanziert. Aber das eigentliche Geld (geschätzt auf 50 bis 100 Millionen USD in den nächsten 3 Jahren) stammt aus einem geschlossenen Budget für „nationale Sicherheit“. Das Argument: „KI-Copilot ist Schutz vor Terrorismus und Flugzeugentführungen.“
- Quantenbeschleunigung: Im Januar 2026 erwähnten GosNIIAS-Wissenschaftler in Vorträgen „vielversprechende – Quanten-, optische“ Computer. Das ist kein Zufall. Ein neuronales Netz für die Flugsteuerung benötigt enorme Ressourcen. Ein herkömmlicher Prozessor (selbst Spitzenklasse) kann Echtzeiterkennung und Entscheidungsfindung nicht bewältigen. Daher ist die Schaffung eines Quanten-neuromorphen Hybridchips für den Autopiloten geplant. Zeitrahmen: 2028-2029.
- Kompatibilität mit UAVs: Die Arbeit von GosNIIAS zur Integration von Drohnen in den gemeinsamen Luftraum ist dieselbe Technologie wie das „Einzelpiloten-Flugzeug“. Wenn das neuronale Netz ein UAV sicher zwischen anderen Flugzeugen führen kann, kann es auch den Copiloten unterstützen. Dieser Synergieeffekt wird die Entwicklungskosten um 30-40 % senken.
Prognose: Nächste 30 Tage und 90 Tage
30 Tage (Ende Juni 2026):
- Regulierungsrahmen: Das Verkehrsministerium der Russischen Föderation und Rosawiazija werden einen „Fahrplan“ für den Übergang zum Einzelpilotenbetrieb von Zivilflugzeugen herausgeben. Zielhorizont: 2028-2029 für die Zertifizierung an SSJ-100 und MC-21.
- Pilotprojekt: UAC und Aeroflot werden den Start eines Programms zur Installation eines experimentellen neuronalen Netz-„Copiloten“-Systems an einem SSJ-100-Flugzeug für Tests im Simulator und bei begrenzten Flügen ankündigen.
- Westliche Reaktion: Die EASA wird kritisieren und erklären, dass „KI nicht zuverlässig genug ist, um Menschen zu ersetzen“. Airbus hingegen wird seine SPO-Entwicklungen leise beschleunigen, aus Angst, hinter China und Russland zurückzufallen.
90 Tage (August 2026):
- Erster Demonstrationsflug (simulierte Pilotenunfähigkeit): Es wird eine öffentliche Demonstration an einem Simulator (oder unter realen Bedingungen, aber mit zwei Piloten für den Notfall) organisiert, bei der der „KI-Copilot“ die Steuerung übernimmt, nachdem der Kapitän simuliert das Bewusstsein verloren hat. TASS und Rossija 24 werden es als Triumph zeigen.
- Ausrüstungskäufe: Schulungszentren (Sheremetyevo, Domodedovo, Aeroflot-Training) werden mit dem Kauf von „Neuronalen Unterstützungssystemen“ für die Pilotenausbildung beginnen. Budget: 5-7 Millionen USD.
- Rechtlicher Durchbruch: Es wird mit der Arbeit an Änderungen des Luftgesetzbuchs der Russischen Föderation begonnen, die „ein automatisiertes Steuerungssystem mit Elementen künstlicher Intelligenz als Besatzungsmitglied“ legalisieren. Bisher gab es ein solches Konzept nicht.
Zusammenfassung: Was an der Bauman-Universität gezeigt wurde, ist kein Spielzeug aus dem Labor. Es ist ein strategischer Vektor, der auf höchster Ebene genehmigt wurde. GosNIIAS testet nicht nur „neuronale Netze für die Luftfahrt“. Es entwirft eine neue Flugphilosophie, bei der der Mensch nach und nach das Cockpit verlässt. Ökonomie (Copilotengehälter) und Sicherheit (menschliche Faktoren) drängen in die gleiche Richtung. Die ersten Testplattformen (SSJ-100 und MC-21) müssen beweisen, dass ein neuronales Netz in einer Krise zuverlässiger ist als ein Mensch. Wenn das gelingt, steht die Branche vor einer tektonischen Verschiebung. Wenn nicht, werden wir eine Katastrophe erleben, die die Idee um ein Jahrzehnt zurückwirft. Die Einsätze sind Menschenleben und Milliarden von Dollar.
— Editorial Team
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